Notfallkoffer "Trauer" entwickelt

 

Es sind aufgeweckte Kinder, die den Hort der evangelischen Schule in Neustrelitz besuchen. Sie spielen, lachen und beschäftigen sich mit dem Thema „Sterben, Tod und Trauer“. Bereits vor zehn Monaten starteten die Grundschüler gemeinsam mit Horterzieherin Annett Schulz das Pilotprojekt, das durch das stationäre Hospiz in Neustrelitz unterstützt und begleitet wurde. In dieser Woche wurde das Projekt beendet, das aber weiterhin Bestand haben wird. Denn aus den zwölf Mädchen und Jungen sind Kinder geworden, die in traurigen und belastenden Situationen Trost spenden können. „Wir haben ein Konzept für einen Notfallkoffer ,Trauer‘ entwickelt und das gemeinsam mit den Hortkindern erarbeitet“, erklärte Pflegedienstleiterin Yvonne Neumann am Mittwoch.

Völlig unvoreingenommen und ohne Scheu haben sich die Schüler dem Thema Tod genährt und einen alten Lederkoffer bei ihren Gruppennachmittagen stückweise gefüllt. „Wir haben uns alle drei bis vier Wochen getroffen und intensiv Themen besprochen, welche die Kinder beschäftigen“, so Annett Schulz. Aber es wurde nicht nur geredet. So wurde eigenes Briefpapier kreiert, Kerzenhalter getöpfert, durch Seidenmalerei entstanden Abschiedstücher und eine kleine Anleitung, wie die Kinder, Erziehern und Lehrern mit dem Set umgehen sollten. „Wenn Schüler einen Trauerfall erfahren, dann können wir in Zukunft einfühlsam und professionell Trost spenden und Halt geben“, freute sich Annett Schulz, als sie die Notfallkoffer in Empfang nehmen durfte. Gemeinsam mit ihren Schützlingen besuchte die Erzieherin am Mittwoch das Neustrelitzer Hospiz und erinnerte sich mit Freuden an die zurückliegenden Monate. Zum Abschluss blickte Gruppe in die Zukunft und schickte bunte Luftballon mit Wünschezetteln in den Neustrelitzer Himmel.

 

 

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