Re-Zertifizierung durch die DQS

 

„Es ist geschafft. Dreieinhalb Wochen liegen  nun schon wieder hinter uns“, zeigte sich Uwe Jahn erleichtert. Aber vielmehr war der Geschäftsführer im DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte e.V. zufrieden. Zufrieden mit dem Ergebnis der Re-Zertifizierung, zufrieden mit der Bescheinigung, „einen guten Job zu machen“. Hiermit sprach Uwe Jahn die anwesenden Führungskräfte an, die das Lob an die insgesamt gut 800 Mitarbeitern weitergeben dürfen. „Es ist bereits die zehnte Zertifizierung, der wir uns gestellt haben“, erklärte Uwe Jahn zu Beginn der Auswertung, die Cornelia Peter übernahm. Die externe Auditorin der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS) hat auch in diesem Jahr das Rote Kreuz an der Seenplatte auf Herz und Nieren überprüft. 

Hierfür wurden sowohl die Verwaltung in der Geschäftsstelle mit allen Führungsmechanismen, als auch einzelne Einrichtungen aus der Pflege, der Rettung und der Kinder- und Jugendbetreuung einbezogen. Neu in diesem Jahr hinzugekommen, sind das Sauberteam, die Servicestelle Ehrenamt, die Kreisausbildung sowie unsere Jugendwohngruppen. Zu den auditierten Einrichtungen gehörten in diesem Jahr weiterhin die Rettungswachen Mirow, Waren/Nord sowie beide Neustrelitzer Wachen, die stationären Pflegeeinrichtungen „Woblitzpark“ in Wesenberg, das „Luisendomizil“ inklusive stationärem Hospiz in Neustrelitz und das Palliativ Care, die Kindertagesstätten Waren (Müritz) und Feldberg (unangemeldeter Abstecher), die beiden Wohngruppen für Kinder und Jugendliche in Penzlin und Wesenberg sowie die ambulante Pflege in Woldegk.

Hier wurde das normale Tagesgeschäft, das trotz Audit weiterlaufen musste, von Cornelia Peter nicht nur begleitet, sondern intensiv begutachtet. „Begehungen, Dokumenteneinsicht, Interviews und Hospitationen standen auf dem Programmplan“, erinnerte die Gutachterin und ließ alle Bereiche der Re-Zertifizierung Revue passieren.

„Der Rettungsdienst arbeite auf einem überdurchschnittlich hohem Niveau“, zertifiziert Cornelia Peter den Mitarbeitern der zwölf Rettungswachen. So werden Notfälle und Krankentransporte nach einheitlichen Standards im Sinne der Patienten abgearbeitet. Ermöglicht wird das durch einen hohen Stand an Aus- und Weitbildungen und dem Spaß am Beruf. Als Grund klassifizierte die Auditorin die guten Arbeitsbedingungen für die den Rettungssanitäter, Rettungsassistenten, Notfallsanitäter und Notärzte. „Es sind einfache Dinge wie die persönliche Schutzausrüstung, die mit 16 Stück pro Person festgelegt wurde, die bei anderen Unternehmen nicht als normal empfunden werden“, lobte Peter und unterstrich ein exzellentes Fahrzeug-, Produkt- und Beschaffungsmanagement. Aber nicht nur alte Hasen fühlen sich wohl im Rettungsdienst an der Seenplatte. „Auszubildende kommen gezielt in den Kreisverband und werden schnell integriert und auf den Job vorbereitet.“

„Nach neuen Strukturen konnten die ambulanten Pflege Woldegk einen guten Aufschwung erleben, das schaffte auch neue Arbeitsplätze“, fasste Cornelia Peter die „Pflege daheim“ im östlichen Bereich zusammen. Neben den allgemeinen Pflege- und Betreuungsdienstleistungen wird zusätzlich die aktive Sturzprävention angeboten. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, auf das sie stolz sein können“, so die Auditorin. Ein weiterer exklusiver Punkt imponierte der DQS-Mitarbeiterin. „Jedes Fahrzeug der ambulanten Pflege verfügt über einen Notfallkoffer und die Mitarbeiter können damit umgehen“, so Peter.

Ebenso positiv schnitt die stationäre Pflege ab, die mit den Einrichtungen „Woblitzpark“ und „Luisendomizil“ begutachtet wurde. „In Wesenberg fällt moderne Betreuung auf, mit der Lebensfreude versprüht wird“, erinnerte Cornelia Peter an den Freitag der Begutachtung. Hier fanden mit dem Showkochen, das regelmäßig die Bewohner zum Mitmachen begeistert, und der traditionelle Bewohnerchor statt. „Neben den normalen Dingen, die bei anderen Einrichtungen nicht alltäglich sind, werden die Bewohner in den DRK-Pflegeeinrichtungen nicht nur gepflegt, sondern mit Geselligkeit und speziellen Angeboten von der Lebensfreude angesteckt“, so die Gutachterin. 
Ähnlich sieht es im Neustrelitzer „Luisendomizil“ aus. „Hier beginnt der Tag schon mit einem Lächeln, kleinen Streicheleinheiten und individuellen Frühstückstellern für jeden einzelnen Bewohner sind hier normal“, zeigt Cornelia Peter sich begeistert. Mit der Einführung des SIS entfiel eine Stunde Datenerfassung pro Tag und Pflegefachkraft. „Das ist Zeit, die den Bewohnern zugutekommt.“ Individuelle Weiterbildungen für Azubis und Hilfs- sowie Fachkräfte und ein erstklassiges Gesundheitsmanagement sind der Grund für zufriedene Mitarbeiter. Das spiegelt sich im Krankenstand wieder, der bei lediglich 2,5 Prozent liegt. „Davon können andere Unternehmen nur träumen“, so Peter. Im stationären Hospiz verfügt das Team über 35 Extrakompetenzen, welche diese Einrichtung einzigartig macht. „Eine aktive Kultur des Zuhörens“ macht es den Bewohnern leichter, die verbleibende Zeit des Lebens, mit Leben zu füllen.

Im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit stellten sich in diesem Jahr erstmalig die Warener Kita „Haus Sonnenschein“ sowie die Jugendwohngruppen Penzlin und Wesenberg der Zertifizierung. Sicher am Anfang etwas aufgeregt, aber dennoch selbstbewusst. „Wir wissen, was wir jeden Tag leisten und wollen das auch gerne transparent nach Außen zeigen“, so Simone Neumann vom Wesenberger „Rettungsanker“. Und das ist den Mitarbeitern beider Wohngruppen gelungen. „Das Jugendamt ist begeistert von ihrer Arbeit“, bescheinigte die DQS-Mitarbeiterin den Erziehern. Mit Begrüßungsteddys werden neue Kinder und Jugendliche herzlich willkommen geheißen. Mit dem Projekt „Zukunftswerkstatt“ und tiergestützter Pädagogik werden die jungen Bewohner auf die Rückführung in die Familien oder auf ein eigenständiges Leben vorbereitet. „Ein gemeinsamer Ski-Ausflug stärkte das Selbstvertrauen und die Gruppendynamik“, zeigte sich die Gutachterin begeistert von den Angeboten der Wohngruppen. Ebenso wohlbehütet sind die Mädchen und Jungen der vier Kindertagesstätten im DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte. „Das neu gestaltete Haus der Warener Kita ist ein wahrer Eyecatcher“, so Cornelia Peter. Der große und moderne Spielplatz lädt Kinder zum Spielen, Toben und freiem Entfalten ein. Noch mehr passiert aber innerhalb der Einrichtung. „Hier zeigte sich das Team als richtiges Team mit einer sehr guten Führung.“ Auf Bildungs-Konzept-Kugeln werden Eltern über die wichtigen Bausteine der individuellen und gemeinschaftlichen Förderung der Schützlinge informiert. Dieses Konzept zieht sich durch alle Gruppen und begleitet die Kinder von der Krippe bis zum Vorschulalter. Gemeinsam mit dem Ehrenamt wird das Schwimmprojekt mit den Vorschulkindern durchgeführt, um den Kindern das Schwimmen bis zur Einschulung zu erlernen.

Dass der große ehrenamtliche Bereich im DRK Kreisverband nicht nur ehrenamtlich, sondern auch professionell arbeitet, sollte die Zertifizierung der Servicestelle Ehrenamt und des Ausbildungsbereiches bescheinigen. „Und das kann ich mit gutem Gewissen empfehlen“, betonte die Auditorin. Über 5.000 Teilnehmern verschiedener Erste-Hilfe-Kurse wurde das nötige Wissen vermittelt. Eine eigene Bildungsstätte bietet die besten Voraussetzungen, um eine effektive und praxisnahe Schulung umzusetzen. Das große Ehrenamt konnte sich auf der jüngsten EhrenamtMesse präsentieren und eine starke Gemeinschaft unterstreichen. „Die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für die Ehrenamtlichen sowie die Lager- und Materialwirtschaft sind einzigartig“, unterstrich Peter.

Jüngster Bereich im Reigen der zertifizierten Leistungen ist das DRK-Sauberteam, das der „Glücklichmacher“ in allen Einrichtungen des Kreisverbandes ist. Mit Liebe zum Beruf und unvergleichbarer Kompetenz sorgt dieses Team für Ordnung und Sauberkeit in vielen Einrichtungen des Unternehmens.

„Mit gegenseitiger Wertschätzung und einem Vertrauensvorschuss durch die Mitarbeiter ist der DRK Kreisverband zu einem wichtigen kundenorientierten Arbeitgeber in der Mecklenburgischen Seenplatte gewachsen, der Risiko und Chancen nutzt, um sich weiterzuentwickeln“, lobte die Auditorin abschließen und empfiehlt der DQS die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2015 und MAAS-BGW 4/2013 ohne Abstriche.

 

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