Seniorenprojekt "Raus aus der Einsamkeit"
„Ich bin so froh, dass es unsere Sabine gibt.“ Mit diesem Satz schossen nicht nur bei Frieda Hörning einige Tränen in die Augen. Auch Sabine Wermbke war zu tiefst gerührt von den lobenden Worten der 98-jährigen Röbelerin. Beide Frauen saßen Anfang der Woche am Ufer des Mönchteiches in Röbel und sprachen gemeinsam mit vier Senioren über ihren Lebensalltag. So wie Frieda Hörning wohnen viele ältere Menschen noch in den eigenen vier Wänden und werden durch Pflegedienste betreut. „Das ist auch sehr gut so. Ist doch die eigene Wohnung die vertrauteste Umgebung, welche die Senioren haben“, erklärte Katharina Birich. „Aber beim Alleinewohnen besteht auch schnell die Gefahr der Vereinsamung“, mahnt die Leiterin der ambulanten Pflege des DRK Röbel. Aus diesem Grund wurde bereits 2006 in einem Pilotprojekt, das ehrenamtliche Modell „Raus aus der Einsamkeit“, durch den DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte e.V. ins Leben gerufen. Und von Beginn an füllte sich auch Sabine Wermbke in die Pflicht genommen, sich ehrenamtlich, um mittlerweile 21 Senioren, zwischen Boek, Röbel und Malchow zu kümmern. „Es ist diese Freude in den Augen der Menschen, wenn man sich einmal in der Woche zu sportlichen oder geselligen Nachmittagen trifft“, erklärte die 41-jährige Sietowerin ihr ehrenamtliches Engagement. Für dieses Projekt interessierte sich in dieser Woche auch ein Berliner Fernsehteam, um die Geschichten hinter den Menschen zu Beleuchten. „Im Vordergrund steht der Mensch“, so die Philosophie von Sabine Wermbke. Dadurch kam die selbstständige Fußpflegerin zum Deutschen Roten Kreuz.
Nähe und Berührungen sind wichtiger Bestandteil
„Hier passte die Harmonie von Beginn an“, erinnerte sich die Mutter von drei Kindern. Mit der Unterstützung der DRK Sozialstation Röbel organisierte sie Tagesfahrten und sportliche Nachmittage für die Frauen und Männer aus Röbel, Rechlin Malchow und der ländlichen Umgebung. So entstand eine kleine Familie. „Ich freue mich immer schon auf die Treffen mit Sabine“, strahlte Frieda Hörning bei der Antwort auf die Frage, wie sie sich bei den wöchentlichen Zusammenkünften fühlt. „Der Sport tut mir so gut und es ist schön, mit den anderen Senioren zu erzählen“, fasste sie kurz zusammen. Genauso sehen es auch die übrigen der Gruppe. Man darf uns alte Leute nicht vergessen“, so Willi Schulz, der ebenfalls von der ehrenamtlichen Arbeit profitiert. Er wurde durch seine Tochter überzeugt, an den Seniorentreffen teilzunehmen und ist bereits seit geraumer Zeit „raus aus der Einsamkeit“. Anstatt alleine in der Wohnung von einem in den anderen Tag zu Leben, verbringen sie jetzt lieber gemeinsam einen Teil ihres Lebensabends. „Auch Nähe und Berührungen sind ein wichtiger Bestandteil unseres Projektes“, erklärte Sabine Wermbke die ihre Familie hinter sich stehen weis. „Nur so kann ich es gewährleisten die Senioren und meine Kinder sowie den Ehemann unter einen Hut zu bringen“. Durch die jetzige Fernsehreportage wurde Sabine Wermbke in ihrer ehrenamtlichen Arbeit bestätigt und die Senioren waren um einen erlebnisreichen Nachmittag reicher. Das Deutsche Rote Kreuz hofft nun, dass sich weitere Müritzer für dieses Projekt interessieren und die ehrenamtliche Tätigkeit unterstützen.





