20 Jahre Hausnotruf

 

Ein plötzlicher stechender Schmerz in der Brust oder ein Sturz über die hochstehende Teppichkante, Notfälle und Unfälle in der Häuslichkeit lassen sich nicht immer verhindern. Das lange Warten auf medizinische Hilfe hingegen schon. „Gerade in Notfällen befinden sich die Betroffenen in psychischen Ausnahmesituationen und ihnen fallen die einfachsten Dinge, wie beispielsweise die Wohnadresse, nicht ein“, erklärt Rettungsassistent Michael Coppi vom DRK-Rettungsdienst. Unzählige Male musste der Retter bereits zu Einsätzen in die Häuslichkeit von Senioren ausrücken, bei denen eine schnellere Hilfe möglich gewesen wäre. „Es ist keine Seltenheit, dass ältere Menschen in der Wohnung stürzen und dann verletzt und hilflos auf dem Boden liegen“, erläutert der Rettungsdienstmitarbeiter. Das Telefon unerreichbar entfernt, die Hilferufe verhallen in den eigenen vier Wänden. „Dabei ist die qualifizierte und schnelle Hilfe nur einen Knopfdruck entfernt“, so Michael Coppi.

Möglich wird der „direkte Draht“ zum Rettungsdienst mit einem Hausnotrufsystem, das auch durch den DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte bereitgestellt wird. Michael Coppi selbst hatte das erste Hausnotrufgerät im Januar 1999 in der Betreuten Wohnanlage in Burg Stargard bei Seniorin angeschlossen. Schnell sprach sich die sichere Methode zur Alarmierung eines Arztes oder des Rettungsdienstes rum und viele weitere Hausnotrufgeräte wurden durch das DRK-Team, das durch Steffen Mahnke und weiteren Rotkreuzlern verstärkt wurde, in den Wohnungen von Senioren oder Pflegebedürftigen angeschlossen. Das ist mittlerweile 20 Jahre her und die Technik wurde den Anforderungen angepasst und erweitert. Heute können sowohl Anschlüsse über das analoge und über das DSL-Netz erfolgen. „Wer keinen Festnetzanschluss hat, der muss auch nicht auf einen Hausnotruf verzichten, denn auch mit einer Sim-Karte kann das System über Funk gesteuert werden“, so Coppi.

Mittlerweile betreut das DRK in den Altkreisen Mecklenburg-Strelitz und Müritz knapp 700 Hausnotrufanschlüsse. Aus diesem Grund wurde das Team auch vor zwei Jahren mit Marcel Zykatz um einen hauptamtlichen Mitarbeiter ergänzt, der seitdem die Region von Feldberger Seenlandschaft, Kleinseenplatte und Müritz betreut. „Die Anschluss- sowie die monatlichen Kosten werden zum Großteil durch die Krankenkassen übernommen, so dass die Nutzer des Hausnotrufsystems lediglich einige wenige Euros selber tragen müssen“, erklärt Marcel Zykatz den Nutzern, die einen Pflegegrad bei den Pflegekassen haben. „Kommt es in der Häuslichkeit zu einem medizinischen Notfall reicht ein Knopfdruck auf den Sender, der als Armband oder Halskette verfügbar ist, und eine Sprechverbindung zur Leitstelle wird aufgebaut“, erklärt der Fachmann das System. „Die Leistelle sieht dann bereits, von wo der Notruf kommt und kann die Adresse direkt an den Rettungsdienst weitergeben“, so Zykatz. Mit einer Schlüsselhinterlegung beim Rettungsdienst oder über einen Schlüsseltresor kommt die Hilfe auch dann, wenn der Patient selbst nicht die Tür öffnen kann.

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