Baustart in Röbel/Müritz

 

„Wir wollten hier eine Einrichtung etablieren, die weiterhin einen sozialen Aspekt erzielt und einen Mehrwert für unsere Stadt bringt“, machte Andreas Sprick, Bürgermeister von Röbel/Müritz, am Dienstag deutlich. Gemeinsam mit Baumamtsleiter Reiko Tulke kam das Stadtoberhaupt der kleinen Müritzstadt auf die Baustelle in der Warener Chaussee. Hier, wo noch vor einigen Jahren eine alte Baracke das Domizil einer Förderschule war, soll ab dem Frühjahr 2022 eine weitere Brücke zwischen Jung und Alt gebaut werden.

„Wir errichten hier ein modernes und exklusives Gebäude, das schon beim Außenanblick Raum zum Träumen und damit der Phantasie freien Lauf lässt“, schwärmte schon jetzt Uwe Jahn, obwohl erst in einigen Tagen die Grundplatte der modernen Einrichtung gegossen wird. Geplant ist, dass Gebäude von außen wie eine kleine Stadt zu gestaltet. Viele farbige Häuser sollen ein ganzheitliches Ensemble bilden und so eine Kleinteiligkeit simulieren, welche die Größe des Gebäudes relativiert.

„Wir werden in der unteren Etage eine neue Kindertagesstätte mit Krippe in Röbel/Müritz etablieren“, verriet der als Geschäftsführer des DRK Kreisverbandes Mecklenburgische Seenplatte e.V. und auch zum oberen Geschoss gibt es schon genaue Pläne: „Hier wird unser Gesundheitsdienst ,Pflege daheim‘ endlich ein Gebäude mit neuem Standort bekommen, der den Leistungen auch gerecht wird“, so Uwe Jahn. Und tatsächlich kann es Katharina Birich als Leiterin des ambulanten Pflegedienstes es kaum erwarten, bis sie mit ihren 24 Mitarbeitern vom Mönchteich in die Warener Chaussee umziehen kann. „In der Innstadt wurde vor drei Jahrzehnten der Grundstein für einen modernen und zertifizierten Pflegedienst gelegt, der Frauen und Männer mit hauswirtschaftlichen Leistungen und ambulanten Pflegeleistungen in der Stadt Röbel und dem ländlichen Umfeld versorgt“, erläutert die Pflegedienstleiterin. Knapp 250 pflegebedürftige Menschen werden durch das Team der ambulanten Pflege versorgt. „Insgesamt werden 16 Fahrzeuge für die Touren eingesetzt, dass wird auf unserer jetzigen Fläche regelmäßig etwas enger“, so Katharina Birich.

Neben großzügigen Parkflächen kann der Gesundheitsdienst auf 500 Quadratmeter in dem neuen Gebäude setzen. „Neben den Diensträumen wird auch ein Veranstaltungssaal eingerichtet, der für Treffen der Senioren und für die Blutspende genutzt werden kann“, führte Katharina Birich aus. Auch Sophia Köpke kann es kaum erwarten, den Fuß in das fertige Hybridgebäude zu setzen. Die 26-jährige Frau wird die Leiterin der neuen Kita „Müritz Entdecker“, die mit zwei Krippen- und vier Kindergartengruppen Platz für 84 Mädchen und Jungen haben wird. „Wir haben vor geraumer Zeit eine Bedarfsermittlung gemacht und es fehlen 55 Kita-Plätze in Röbel“, machte Andreas Sprick deutlich, dass die Stadt von diesem Neubau profitieren wird. „Alle Kindergartenräume sind ebenerdig zum Garten mit einer überdachten Terrasse ausgerichtet. Verbunden sind diese Räume mit einem ,Fitnesstrack-Flur‘, wo die Kinder auf zwei Bahnen beispielsweise um die Wette im Krebsgang oder mit Bobby-Cars abgesteckte Strecken zurücklegen können“, zeichnet Christian Klein als Planer der Ocean Architects die Vision der 1.210 Quadratmeter großen Kita ab. Den einsetzenden Regen während der Baubesprechung nutzte Planer Christian Klein, um auf die angedachte Matschschleuse hinzuweisen. „Auch bei Schmuddelwetter können die Kinder ohne Probleme raus in den großen Garten zum Spielen gehen. Die Matschschleuse nimmt dann die matschigen Schuhe auf“, verriet Christian Klein. Auch an die Lernförderungen und das Verständnis zur Natur und Technik wurde gedacht. „Ein Regenwassertank, der das ganze Regenwasser der Dächer aufsammelt, zeigt den Stand sichtbar an und vermittelt so den Kindern ein Gefühl für Regenmengen und Zeiten mit Trockenheit oder viel Niederschlag. Das Wasser wird dann im Garten eingesetzt. Eine Kreativwerkstatt und eine große Arena sorgen für Bewegung und handwerkliche Förderung“, erklärte der Architekt. Schlussendlich bleibt noch ein Raum für die ehrenamtlichen Retter der Wasserwacht, in denen Schulungen und kleinere Versammlungen abgehalten werden sowie die Dokumentation nach Einsätzen vervollständigt werden kann. „Wir planen im nächsten Frühjahr die Einweihung des Gebäudes mit dem Umzug des Pflegedienstes und der Eröffnung Kita“, verspricht Uwe Jahn und fügt an. „Für unsere Kindertagesstätte können sich sowohl Eltern bereits um einen Betreuungsplatz, als auch Erzieher um einen modernen Arbeitsplatz bewerben.“

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