Einsatzübung Medical Task Force

 

Ein Pkw prallt frontal in einen vollbesetzten Personenzug, der im Anschluss unkontrolliert gegen einen Prellbock rast. Insgesamt werden bei diesem Unfall 100 Personen verletzt – doch zum Glück war dieses Szenario am heutigen Vormittag lediglich die Vorgabe für eine Einsatzübung der Medical Task Force. Diese Übung wurde mit Neustrelitz, Schwerin und Mukran an drei Standorten gleichzeitig vollzogen. In Neustrelitz wurden die Medical Task Force sowie die Sanitätsdienste aus dem Landkreis Mecklenburgischen Seenplatte mit insgesamt 300 ehrenamtlichen Einsatzkräften gemeinsam in den Schwarzen Weg Höhe des Neustrelitzer Bahnhofs beordert. „Unsere Rotkreuzler kennen zwar die Alarmierungszeit und das Grundszenario, aber sie wissen nicht im Detail, was sie erwartet“, klärte DRK-Präsident Werner Kuhn den mecklenburgischen Innenminister auf. Lorenz Caffier informierte sich pünktlich mit Beginn der simulierten Rettungsmaßnahmen über die Einsatzfähigkeit der Medical Task Force an der Mecklenburgischen Seenplatte.

An seinem Heimatort Neustrelitz verfolgte der Minister wie schmerzverzerrte und panische Schreie aus der Regionalbahn drangen und unentwegt Retter in den Einsatzabschnitt eilten. Doch bereits drei Stunden zuvor herrschte hier reges Treiben. Pünktlich um 8 Uhr wurden 100 Verletztendarsteller durch die Einsatzleitung begrüßt und in drei Kategorien eingeteilt. Die Hälfte der Mimen wurde als unverletzt und lediglich als Betroffene klassifiziert. „Für euch heißt es, panisch durch den Zug zu laufen und laut schreien“, wurden die Laienschauspieler eingewiesen. Die verbliebenen Schauspieler wurden in einem Zelt täuschend echt zu verschiedenen Verletzungsmustern geschminkt.  Unterdes waren die Mitglieder der Sanitätsdienste und der Medical Task Force damit beschäftigt mehrere Zelte an drei Standorten aufzubauen. „Es gibt Abschnitte zur Sichtung und Einteilung, zur Verletztenbehandlung und als Krankenhausstandort“, erklärte Thomas Powasserat. Und diese Abschnitte hatten im Verlauf der Einsatzübung jede Menge zu tun. Kurz nach der Alarmierung trafen die ersten Einsatzkräfte am vermeidlichen Schadensort ein und besetzten den Einsatzabschnitt Triage. Noch in den Wagons mussten die „Betroffenen“ nach Schwere der Verletzungen eingeteilt werden. In Etappen und von unentwegter Schreikulisse begleitet wurden die ersten Mimen aus dem Zug geholt und zum Sichtungszelt transportiert. Notdürftig versorgt, ging es per Rettungswagen zum Behandlungsplatz, wo die Verletzten bis zur intensivmedizinischen Versorgung weiterbehandelt wurden. „Man wird Katastrophen oder große Schadensereignisse welcher Art auch immer nie völlig verhindern können, aber man kann deren Folgen abmildern.

Je besser wir vorbereitet sind, desto schneller und umfassender sind medizinische Hilfe und Schutz für unsere Bevölkerung. Mit den drei Einheiten der Medical Task Force gibt es erstmalig in unserem Land einen medizinischen Großverband, der bei einem Massenanfall von Verletzten zum Einsatz kommt. Durch die modern ausgestatteten Spezialfahrzeuge wie den Gerätewagen ,Sanität‘ reichen die medizinischen Möglichkeiten beim Einsatz in Teilen durchaus an das Niveau einer Intensivstation heran.“ Auch wenn einige Schwächen innerhalb der noch jungen Medical Task Force aufgedeckt wurden, zeigten sich die Verantwortlichen zufrieden mit der Einsatzübung, die ein gutes Training für alle Beteiligten darstellte. Weitere Bilder

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