Eisrettung trainiert

 

„Das restliche Eis auf den hiesigen Gewässern ist nicht mehr tragfähig und somit lebensgefährlich“, zu dieser Erkenntnis sind heute die Mitglieder der Neustrelitzer Wasserwacht im eindrucksvollen Selbstversuch gekommen. Während die meisten Menschen den Sonntag mit seinem Schmuddelwetter in den warmen heimischen Wänden verbrachten, zog es die Ehrenamtlichen bereits am frühen Vormittag an den Langer See. Der 42 Hektar große See liegt idyllisch in einem kleinen Waldabschnitt in der Gemeinde Blumenholz und präsentierte sich augenscheinlich mit einer geschlossenen Eisdecke. Doch dieser Schein trügt. Zwar ist die Eisschicht stellenweise noch über zehn Zentimeter dick, aber die Struktur wurde durch das milde Regenwetter weitestgehend zerstört. Nach einer kurzen theoretischen Auffrischung, Knotenkunde und einem Kurs in Gerätekunde hieß es für die Wasserretter die persönliche Schutzausrüstung anlegen und die Eisfläche erobern.

Gesichert mit Neoprenanzügen und Sicherheitsleinen wagten die Mitglieder der Wasserwacht, was für normale Bürger derzeit lebensgefährlich ist. Erst kriechend, um eine große Auflagefläche zu erreichen, dann aufrecht, ging es über das Eis. Schritt für Schritt entfernten sich die Jugendlichen vom Ufer, bis einer von ihnen schließlich 90 Meter entfernt im Eis einbrach. „Ohne Schutzausrüstung und schnelle Hilfe wäre diese Situation für leichtsinnige Wintersportler tödlich verlaufen.“ Denn nur mit großer Mühe und mit Unterstützung der Kameraden konnte der „Verunfallte“ wieder ans sichere Land verbracht werden. So konnten die Wasserretter unter realen Bedingungen mehrere Rettungsmöglichkeiten unter Einsatz von Rettungs- und Hilfsmitteln trainieren. Wohl letztmalig in dieser Saison, denn auch in den kommenden Tagen hält das milde Wetter weiter an. „Auch wenn einige Gewässer noch eine Eisschicht haben, das Betreten ist lebensgefährlich“, warnt die Wasserwacht in diesem Zusammenhang ausdrücklich.

 

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