27 Jahre Kleiderkammer

 

Seit fast 27 Jahren betreibt der DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte e.V. eine Kleiderkammer in Waren (Müritz) und unterstützt so bedürftige Menschen der Müritzregion. Ebenso lange ist auch Doris Gütschow dabei, um gebrauchte Sachen zu sortieren und schließlich an mittellose Frauen und Männer gegen eine obligatorische Gebühr von einem bis zwei Euro weiterzureichen. „Auch wenn dieser Job eigentlich nur eine Übergangslösung sein sollte, bin ich ihm seit dem 01. November 1990 treu geblieben“, berichtet die gelernte Laborantin.  Und so erlebte die Müritzerin, wie sich die Kleiderkammer über die Jahre von einer Notunterkunft zu einer modernen Einrichtung entwickelt hat. „Angefangen haben wir in einem alten Haus in der Mühlenstraße und bezogen zwei Jahre später das Büro des alten Sitzmöbelwerkes in der Warener Rabengasse“, erinnert sich Doris Gütschow. Nach weiteren 24 Monaten erfolgte der Umzug in die Malchiner Straße. Neun weitere Jahre dauerte es, bis die Kleiderkammer in die Pestalozzi-Straße zog. Mit dem Neubau des DRK-Gesundheitszentrums in der Weinbergstraße fand auch die Kleiderkammer eine zeitgemäße Unterkunft und ausreichend Platz, um die Bestände der 19 Kleidercontainer zu sortieren und zu lagern. „Von Bettwäsche über Spielzeug und den normalen Anziehsachen haben wir alles, was man als Kleidung im Haushalt braucht“, so die Leiterin der Kleiderkammer. Gut 320 gebrauchte, aber gut erhaltene Sachen finden hier täglich einen neuen Besitzer.

„Das sind jährlich 64.500 Kleidungsstücke und ähnliches, was wir zu unseren Öffnungszeiten rausgeben“, so Doris Gütschow. Montags zwischen 13 und 15:30 Uhr, sowie dienstags bis donnerstags von 10 – 12:30 Uhr und am Nachmittag von 13 – 15:30 Uhr kommen jeweils 60 Frauen und Männer pro Tag, um sich mit dem Nötigsten einzudecken. „Es ist aber viel mehr, als nur eine Kleiderausgabe“, so die Rotkreuzlerin. „Vielmehr ist es auch ein sozialer Treffpunkt, an dem man über Probleme reden kann“, ergänzt Doris Gütschow, die zum 01. November die Kleiderkammer verlässt und in einen neuen Lebensabschnitt einsteigt. „Es ist zwar komisch, aber ich freue mich auf die Rente“, erklärt die DRK-Mitarbeiterin. In gut sechs Wochen stehen dann die Enkel, Skifahren, der Garten und Reisen im Vordergrund von Doris Gütschow. Dem Team der drei hauptamtlichen und vier ehrenamtlichen Mitarbeitern der Warener Kleiderkammer will die zukünftige Seniorin aber dennoch treu bleiben. „Für ein paar Stunden im Monate, ehrenamtlich.“

 

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