Luftrettungszentrum Neustrelitz - der RTH im Einsatz

 

Es ist kurz vor 7 Uhr, als Pilot Benjamin Ditschler der Leitstelle die Einsatzbereitschaft des Neustrelitzer Rettungshubschraubers Christoph 48 meldet. Kurz zuvor hatte er bereits seine EC 135 routinemäßig überprüft. Ebenfalls mit der Überprüfung war gleichzeitig Lutz Morgenstern beschäftigt. Der Notfallsanitäter checkte das medizinische Equipment und stimmte sich mit Notarzt Michael Gericke ab. Ab jetzt heißt es warten – warten auf den ersten Einsatz des Tages. Doch die Funkmeldeempfänger bleiben still. Zeit für Frühstück. Hier ist es alles andere als still. Es wird nicht nur gemeinsam gegessen, sondern auch erzählt.

Zu frischen Brötchen, Aufschnitt, Kaffee und Obst gesellen sich rege Gesprächsthemen. Natürlich zuerst die dienstlichen. „Wettertechnisch haben wir heute keine Schwierigkeiten – alles bestens“, so Benjamin Ditschler, der erst im November an die Seenplatte gekommen ist und eigentlich aus Frankfurt am Main stammt. „Am Mittwoch hatten wir unseren 20.000 Einsatz für das Luftrettungszentrum Neustrelitz“, wusste Lutz Morgenstern zu berichten und erinnerte sich noch gut an den allerersten Einsatz. „Am 01. Juli 1996 haben wir die erste Alarmierung bekommen. Eine Postbotin war gestürzt und musste ärztlich versorgt werden“, so Lutz Morgenstern, der die Luftrettungsstation von Beginn an leitet. „Das ist jetzt 20 Jahre her, darum werden wir auch am 04. Juni ein großes Fest bei uns veranstaltet“, verriet der Notfallsanitäter. Dann schrillten die Alarmempfänger: „Kreislaufversagen bei einem achtjährigen Mädchen in Neubrandenburg“, stand auf der Alarmdepesche. „Wir fliegen oft nach Neubrandenburg, wenn die dortigen Rettungsmittel bereits bei anderen Einsätzen gebunden sind“, erläutert Lutz Morgenstern auf dem Weg zum Rettungshubschrauber. Pilot Benjamin Ditschler lässt die Maschine der EC 135 an – der Rotor kommt in Bewegung. Notarzt Michael Gericke nimmt im mittleren Teil des Helikopters Platz und setzt seinen Helm auf. Unterdes tourt die Maschine hoch. Lutz Morgenstern verfolgt alles von außen und überprüft die Maschine. Daumen hoch und auch er nimmt seinen Platz neben dem Piloten ein. Zwei Minuten nach dem Alarm ist Christoph 48 in der Luft. Nur 14 Minuten später im Landeanflug am Lindetal-Center. Hier wartet bereits ein Rettungswagen mit der kleinen Patientin. „Perfekt, hier ist eine große Wiese“, Benjamin Ditschler steuert den Boden an. „Da sind wir“, signalisiert er seinen Teammitgliedern, dass sie aussteigen können.

200 Meter als Fußmarsch liegen vor den beiden Rettern. Vor Ort entspannt sich die Lage. Das Mädchen ist ansprechbar und nicht vital bedroht. Dennoch wird das Kind gründlich durchgecheckt und mittels Rettungswagen in das Klinikum gebracht. Unterdes hat auch der Pilot, der bei seiner Maschine bleibt, alle Hände voll zu tun. „Der Hubschrauber ist immer ein Magnet“, lacht Benjamin Ditschler und kümmert sich um zahlreiche Kinder und Erwachsene, die den Christoph 48 umkreisen. Ein schnelles Foto und schließlich bleibt nur noch der Blick auf den kleiner werdenden gelben Punkt am blauen Himmel. Um 10:50 Uhr landet Christoph 48 wieder am Luftrettungszentrum in Neustrelitz. „Ein entspannter Einsatz“, bilanziert Lutz Morgenstern, während er die Maschine betankt. Noch ahnte er nicht, dass sich das Blatt wenig später wendet. Mit der Alarmierung zu einem Verkehrsunfall geht der nächste Einsatz nach Anklam. Ein Pkw hatte eine Motorradgruppe erfasst. Dabei wurde ein Biker schwer verletzt, ein weiterer verlor sein Leben. Alltag in der Notfallrettung – Alltag beim Christoph 48.

Wer sich über das Arbeitsleben der Retter von Christoph 48 oder über die technischen Möglichkeiten des Rettungshubschraubers informieren möchte, der ist rechtherzlich am 04. Juni 2016 am Rettungszentrum Neustrelitz in der Penzliner Straße 74 eingeladen. Hier wird von 10 – 13 Uhr der 20. Geburtstag der Luftrettung am Standort Neustrelitz gefeiert. Parkmöglichkeiten sind ausreichend am Krankenhaus und am Hafen vorhanden. Von hier fährt auch ein DRK-Shuttle im 20-Minutentakt.

 

Zurück