MüritzQuerung 2019

 

Still und idyllisch präsentierte sich der Müritzsee bei Buchholz am Samstag gegen 6:15 Uhr. Während die meisten Urlauber in ihren Hausbooten noch schlummerten, rückte die Wasserwacht des DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte e.V. mit zahlreichen Rettungsschwimmern und Einsatzfahrzeugen an. Rettungsboote wurden mit Equipment bestückt und am Ufer eine letzte Lagebesprechung abgehalten. Alles in Ruhe, keine Hektik und die ersten neugierigen Blicke einiger verschlafener Urlauber verfolgten das Szenario. „Wir veranstalten heute unsere vierte MüritzQuerung und wollen von hier mit unseren Schwimmteams bis zum Stadthafen nach Waren (Müritz) schwimmen“, informierte Michael Neumann. „Knapp 31 Kilometer ist die Schwimmstrecke lang und wir wollen damit Kinder sowie Jugendliche für den Schwimmsport begeistern und gleichzeitig für Schwimmunterricht an der Seenplatte werben“, so der Leiter der Wasserwacht.

Unterdes schwor Andreas Piske vom Org-Team die 17 Schwimmer ein und gab den letzten Motivationsschub. Pünktlich um 7:00 Uhr sprangen Marina Strüben, Benjamin Wittke und Simon Frielinghaus in das 21 Grad warme Wasser, um als erste Staffel in Richtung Vipperower Brücke zu schwimmen. Angefeuert von Teamkollegen, Helfern und begeisterten Urlaubern wurden die ersten Meter spielend zurückgelegt. Schier platt präsentierte sich die Wasseroberfläche, Gänse zogen wild schnattert ihre Kreise und auch der Korso von Rettungs- und Begleitbooten setzte sich in Bewegung und folgte dem Trio. Immer wieder schaute Andreas Piske auf die Uhr. „In zehn Minuten erfolgt der Wechsel“, gab er um 7:30 Uhr per Funk durch, denn im Zeitplan und dem Konzept der Veranstaltung standen insgesamt sechs Teams, die die Strecke der längsten Achse des größten deutschen Binnensees gemeinsam queren wollten.  Jeweils drei Teams auf der Langstrecke, die für 40 Minuten schwammen, und drei Teams auf den Sprintstrecken von 20 Minuten wechselten sich im festen Rhythmus ab. Nach zwei Stunden passierte das Team „MüritzQuerung“ die Vipperower Brücke und durchquerte die „Kleine Müritz“. „Wir liegen gut im Zeitplan“, informierte Andreas Piske die Schwimmer, die gegen 17 Uhr ihr Ziel, den Warener Stadthafen, erreichen wollten. Nur eine Stunde später ließ die Euphorie nach, denn Wind und Wellen nahmen merklich zu. Jetzt hieß es für die Schwimmteams nicht nur gegen die verbleibenden Meter zu kämpfen, sondern vor allem gegen die Wassermassen, die sich vor ihnen auftürmten. „Versucht weiter zusammenzubleiben. Es ist eine Teamleistung, die wir gemeinsam schaffen werden“, plädierte Piske, sich an das Konzept der MüritzQuerung zu halten. Teamgeist und Gemeinschaft stand über persönlicher Bestleistung. Den Blick fest auf das Schloss Klink gerichtet steuerte das Führungsboot dem Ziel entgegen. Gezeichnet vom Widerstand, den die Wellenbewegungen zusätzlich erzeugten, aber glücklich, über die weiteren geschafften Etappen, wechselten sich die Schwimmer laut Plan ab. Und als hätten Poseidon und Neptun ein Einsehen, beruhigte sich das Wasser urplötzlich, als die Waldschenke gegen 15:40 Uhr greifbar war. Vorbei an der Badestelle Ecktannen und den Schaulustigen an den Uferzonen zugewunken, wurde schließlich der Endspurt eingeläutet. „Wir schaffen es pünktlich, die Kids können jetzt kommen“, wurde Ehrenamtskoordinator Ronny Möller am Stadthafen informiert.

Mit Rettungsbooten wurden fünf Nachwuchsschwimmer zwischen 10 und 15 Jahren in Richtung Kuhtränke transportiert und auf dem Begleitfloss herzlich willkommen geheißen. Willkommen im Team „MüritzQuerung“, denn die verbleibenden 500 Meter durften auch die Jüngsten mitschwimmen. Entlang der Mole, die von zahlreichen Fans und Neugierigen gesäumt wurde, ging es schließlich nach 10:01 Stunden in das Ziel. Glückwünsche der Verwandten, Schulterklopfen von Freunden und auch Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) ließ es sich nicht nehmen, den Schwimmern zu ihrer Leistung und zu ihrem Engagement zu gratulieren. „Schwimmen ist gerade in unserer Region sehr wichtig, darum mein herzliches Dankeschön für ihre ehrenamtliche Arbeit.“ Und diese wurde auch in diesem Jahr wieder durch die ALD unterstützt. Karsten Rösel als ALD-Geschäftsführer und bekennender Fan der Müritzer Wasserwacht überreichte dem Team einen Scheck über 5.000 Euro, mit der Schwimmprojekte gefördert werden sollen.

Team MüritzQuerung: Lea Bergholz, Marion Hackbarth, Stefan Hertwig, Peter Müller, Simon Frielinghaus, Ronny Stier, Marina Strüben, Ricarda Silkenbäumer, Sophie Wittke, Benjamin Wittke, Karl Schünzel, Bruno Piske, Jan-Henrik Strüben, Lennart Knust, Frank Heymann, David Silkenbäumer, Lasse Hochkeppler und Andreas Piske

Zur Bildergalerie

Zurück