Rotes Kreuz agiert erstklassig

DQS zertifiziert DRK an der Mecklenburgischen Seenplatte

 

Die Bismarck-Weisheit: „In Mecklenburg geschieht alles 50 Jahre später“, scheint beim DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte e.V. längst zurückgelassene Geschichte zu sein. Vielmehr schreiben die Rotkreuzler selber seit vielen Jahren Geschichte. „Wir verändern uns, bevor wir verändert werden“, schwur Geschäftsführer Uwe Jahn seine haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter auf einen zielgerichteten Weg ein, der das soziale Dienstleistungsunternehmen an die führende Spitze in der Region lotste. Dass dies keine übertriebene Selbsteinschätzung ist, bestätigte auch in diesem Jahr Cornelia Peter von der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS). Die unabhängige und externe Auditorin fühlte dem qualifizierten Krankentransport und Rettungsdienst sowie den ambulanten und stationären Pflegebereichen inklusive der Verwaltung zwei Wochen lang auf den Zahn und überprüfte das Unternehmen auf Herz und Nieren.

Rückblick: Bereits Anfang 2007 verließ das DRK an der Seenplatte festgetrampelte Pfade und schlug eigene Wege ein. Grund für diesen damals noch ungewöhnlichen Entschluss war die Kenntniss: „Auch in einem sozialen Dienstleistungsunternehmen gibt es Kennzahlen der DIN ISO und des MAAS BGB, die es zu messen und zu analysieren gilt.“ Denn natürlich gibt es gerade im Gesundheitswesen Kunden, die es zufriedenzustellen gilt. Aus diesem Grund wurden in den zwölf Rettungswachen, den ambulanten, teilstationären und stationären Pflegeeinrichtungen, einschließlich dem stationären Hospiz und dem ambulanten Hospizdienst mit insgesamt 500 Mitarbeitern Fachkompetenzen entwickelt. Aus auftretenden Mängeln wurde eine Fehlerkultur, die sich aus Analyse, Bereinigung und Weiterentwicklung zusammensetzt. Zwei Jahre später wurde als Vorreiter und bislang einmalig in Mecklenburg-Vorpommern der Rettungsdienst nach den strengen Richtlinien der DQS zertifiziert. „Wir haben schon immer ein hohes Niveau in der Notfallrettung und in der Beförderung von Patienten gehabt, nun haben wir es schwarz auf weiß“, freuten sich damals Claudia Lossin als ärztliche Leiterin und Uwe Jahn als DRK-Geschäftsführer.

Diese Ergebniss spornte an und es wurden etappenweise realistische Ziele gesteckt. Die aufgebaute Qualität, die durch motivierte Mitarbeiter gestützt wird, machte das Rote Kreuz transparent. So gibt es innerhalb des Kreisverbandes keine standardisierten Pflegeheime, sondern spezialisierte und individuelle Pflegeeinrichtungen namens Kiefernheide, Luisendomizil, Müritzblick, Sinnesgarten und Woblitzpark. Auch die vier ambulanten Pflegedienste entwickelten sich zu einem allumfassenden Gesundheitsdienst. „Hier trennt sich bereits beim Einrichtungsnamen die Spreu vom Weizen“, signalisierte Cornelia Peter, dass die Kreativität und Ideen das Unternehmen mit Leben füllen. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit und flacher Hierarchien gibt es den nötigen Freiraum und Verantwortung, die Vertrauen schafft. Das spiegelt sich auch in der Moral und Aktivitäten der Mitarbeiter wieder. „Jeder hat besondere Fähigkeiten, und diese werden aufgespürt und gefördert“, erklärte Uwe Jahn. So beispielsweise auch in den Produktions- und Zubereitungsküchen, welche die Mahlzeiten für Kinder- und Pflegeeinrichtungen „zaubern“. So ist es nicht verwunderlich, dass der Koch im Luisendomizil in seiner Küche eigene Pralinen und Speisen kreiert. Mahlzeiten werden trotz Großküche individuell gestaltet und Auswahl sowie Frische dominieren die auf dem Küchentisch. Frische Auswahl gibt es zudem bei den Freizeitaktivitäten zur Stärkung von Gesundheit und Teamgeist. „Sie leben hier eine Unternehmenskultur, die wertschöpfende Beziehungen gedeihen lassen“, schwärmte Cornelia Peter von den zahllosen internen Angeboten, die das Rotkreuz-Team zusammenschweißen. Damit sprach die DQS-Auditorin die vielen sportlichen Aktivitäten und Gesundheits- sowie Präventionsangebote an.

So werden beispielsweise Sport, Gesundheit und Sozialförderung bei der DRK-Zwei-Radttour, dem Müritzlauf, dem Triathlon, dem Run for Charity oder bei Hospizlauf gefördert und die Mitarbeiter in verschiedenen Sportgruppen, Ernährungsberatungen oder Nichtraucherseminaren gestärkt. Im Gesamtpaket hat sich so der DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte e.V. zu einem wichtigen Arbeitgeber, sozialen Partner und leistungsstarken Mitglied in der Region entwickelt, der sich bundesweit messen kann. „Aber wir bleiben auf dem Boden der Tatsachen und sind immer im Bewegung. Denn wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen und haben noch zahlreiche Ideen, die auf eine Umbesetzung warten“ so Uwe Jahn. Und so trifft eher der alte Bismarck-Spruch „Ich lerne vom Leben. Ich lerne solange ich lebe. So lerne ich noch heute“, auf das Deutsche Rote Kreuz an der Mecklenburgischen Seenplatte zu.

 

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