Spendenaufruf für Indonesien

 

Allgemeine Situation:

Mehrere schwere Erdbeben bis zur Stärke 7,4 erschütterten am Freitag, 28. September 2018 kurz nach 17:00 Uhr Ortszeit Central Sulawesi - eine Provinz im Zentrum der Insel Sulawesi, Indonesien. Das Epizentrum des stärksten Bebens lag in einer Tiefe von 10 Km und erzeugte einen Tsunami, dessen bis zu sechs Meter hohen Wellen auf die Küstengebiete von Donggala und Palu mit zerstörerischer Kraft und damit erheblichen humanitären Auswirkungen aufgetroffen sind. In der von Erdbeben und Tsunami betroffenen Region leben mehr als 350.000 Menschen. Ganze Landstriche wurden überschwemmt, tausende Häuser und Stadtteile wurden zerstört. Ebenso sind weite Teile der Infrastruktur beschädigt. Straßen sind schwer passierbar, die Kommunikation ist in weiten Teilen zusammengebrochen und der Strom ausgefallen. Während des Tsunamis und Erdbebens sind nach aktuellem Stand mindestens 1.581 Menschen gestorben, mindestens weitere 2.549 Personen sind zum Teil schwer verletzt und müssen dringend versorgt werden. Die Zahl der vermissten Personen kann derzeit nicht genau beziffert werden. Über 65.000 Gebäude sind komplett zerstört worden. Die Zahl der Menschen, die ihr Zuhause verloren haben, beläuft sich zurzeit auf über 70.000. Für sie wurden 141 Notunterkünfte eingerichtet, die derzeit über 7.800 Betroffenen eine notdürftige Bleibe geben. Gemäß den ersten Bedarfsermittlungen werden derzeit vor allem Nahrung, Trinkwasser, Gesundheitsversorgung und Medikamente sowie Notunterkünfte benötigt.

Nothilfeaktivitäten der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung

Zu diesem Zeitpunkt sind bereits über 300 freiwillige Rotkreuzhelfer des Indonesischen Roten Kreuzes pausenlos im Einsatz und leisten Nothilfe für die betroffene Bevölkerung in Palu und dem gesamten Bezirk Donggala. Zusätzlich erfahren die Helfer aus Indonesien Unterstützung durch die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC). Dank des unermüdlichen Einsatzes der Helfer unserer Schwestergesellschaft konnten erste Hilfsmaßnahmen schnell umgesetzt werden. Da Straßen weiterhin schwer passierbar sind und logistisch nutzbare Flughäfen außerhalb des betroffenen Bezirks Donggala liegen, hat das das Indonesische Rote Kreuz Hilfsgüter aus fünf seiner Lagerhäuser entnommen, um mit drei Schiffen erste Hilfsgüter in die betroffene Region zu schicken. Insgesamt wurden bisher 25 Tonnen Nothilfematerial bereitgestellt. Die Soforthilfe des Indonesischen Roten Kreuzes auf Sulawesi besteht u. a. aus: · Medizinischer Notfallversorgung · Koordinierung von Such- und Rettungsteams · Einrichtung von Notunterkünften · Versorgung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser (Entsendung von 22 Wassertankwagen, 15 Ambulanzfahrzeugen und 5 Feldküchen sowie Bereitstellung hunderter Wasserkanister und Baby-Kits) · Bereitstellung von Notunterkunftsmaterial (Zeltplanen, Decken, Matratzen, Zelte) · Hygiene-Maßnahmen und Schulungen Die Internationale Föderation (IFRC) hat einen Nothilfeaufruf in Höhe von ca. 12 Mio. Euro herausgegeben, um die Betroffenen in den Bereichen Notunterkünfte, Lebensgrundlagen und Güter des täglichen Bedarfs, Gesundheit, Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene, Schutz und Inklusion sowie Migration zu unterstützen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat gemeinsam mit dem Indonesischen Roten Kreuz Suchdienstaktivitäten aufgenommen und eine entsprechende Internetseite für die Suche nach vermissten Personen freigeschaltet.

Nothilfe des DRK

Das Deutsche Rote Kreuz hat unmittelbar nach Kenntnis über die Katastrophensituation seine Hilfe und Unterstützung angeboten. Derzeit werden gemäß den Regeln der Rotkreuz-/ Rothalbmondbewegung alle internationalen Hilfs- und Unterstützungsangebote über die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften gesammelt und entsprechend mit dem Indonesischen Roten Kreuz und der indonesischen Regierung koordiniert. Sobald konkrete Aufforderungen vorliegen, wird das DRK Personal und Ressourcen sofort entsenden. Am 01. Oktober erfolgte durch die Internationale Föderation die Alarmierung eines Expertenteams zur Erkundung und Koordination (Field Assessment & Coordination Team – FACT). Das DRK hat Experten verfügbar gemacht. Eine Entsendung steht aufgrund ausstehenden Klärungsbedarfs des Indonesischen Roten Kreuzes und der indonesischen Regierung noch aus. Aufgrund des sensiblen Kontextes wird das DRK ausschließlich innerhalb der Koordinierungsmechanismen der Rotkreuz-/Rothalbmondbewegung aktiv werden.

Spendenaufruf

Hilfe auf Sulawesi wird dringend benötigt. Zur kontinuierlichen Aufrechterhaltung der Nothilfe ist das Rote Kreuz auf zusätzliche Spenden angewiesen. Das DRK hat ein Spendenkonto mit dem Stichwort „Tsunami Sulawesi“ eingerichtet. Spendenkonto: IBAN DE63370205000005023307 BFSWDE33XXX (Bank für Sozialwirtschaft) Stichwort: Tsunami Sulawesi Online-Spende: www.drk.de/spenden Wir bitten Sie auch weiterhin um Unterstützung bei der Spendeneinwerbung. Sachspenden können angesichts der logistischen und kulturellen Herausforderungen im Einsatzgebiet leider nicht angenommen werden. Soweit möglich werden benötigte Güter vor Ort oder in der Region beschafft, um Transportkosten gering zu halten und lokale Standards einzuhalten. Leider können durch das DRK auch grundsätzlich keine Güter transportiert werden, die nicht in den Koordinierungs- und Bedarfsplan der Internationalen Föderation fallen.

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