Spielzeug freie Zeit in der Kita

 

Autorennbahn, Puppenküche, Computerspiele – die meisten Kinderzimmer in den Familien sprudeln vor Spielsachen, über, die in den Ecken verstauben. „Gerade nach der Weihnachtszeit, ist die Überflutung mit Spielsachen zu merken“, erklärte Petra Dähn aus der Wesenberger Kita. Gemeinsam mit ihren Kollegen Karin Kaczmarek, Heidemarie Baehr und Nicole Müther entwickelte die Erzieherin zum Jahresanfang ein augenscheinlich eigenwilliges Projekt, das nun erfolgreich zu Ende geht. „Wir haben für drei Wochen eine ,Spielzeug freie Zeit‘ in zwei unserer Gruppen eingeführt“, berichtete Petra Dähn drei Wochen nach Start des Projektes. Und das brachte ein ganz erstaunliches Ergebnis. Gemeinsam packten die 30 Mädchen und Jungen sämtliche gekauften Spielsachen zusammen und verschlossen sie brav in einem anderen Raum. Während diese Aktion noch spannend und aufregend war, holte die Kinder der Erst der Lage schnell ein.

Weder schnelle Matchboxautos noch sprechende Puppen lagen zum Spielen bereit. Unsicherheit und Ideenlosigkeit machte sich zu Beginn breit. „Auch die Lautstärke in den Räumen stieg zuweilen an“, erinnerten sich die Erzieherinnen. Durchhalten war auf beiden Seiten gefragt und es hat sich gelohnt. Schnell steckten die Kinder voller Tatendrang und ließen ihrer Kreativität freien Lauf. Auch die Eltern unterstützten diese Aktion und spornten ihre Schützlinge an. Schließlich wurden aus alten Lockenwicklern und kleinen Trinkflaschen alternative Spielfiguren. Aus kleinen Brettern entstand die Strecke für eine Murmelbahn und aus bunten Tüchern wurden Kleidungsstücke kreiert. „Häufiger als sonst schlüpften die Kinder in Rollenspiele und die Ideen für neue Spiele wuchsen von Tag zu Tag“, freuten sich die Erzieherinnen, die ebenfalls lernen mussten, von der anleitenden Rolle in die Phase der Beobachter zu wechseln. Und so erlebten die Frauen, wie aus Pappcarton ganze Puppenhäuser und ein Hubschrauber entstanden. Mit Ende der „Spielzeug freie Zeit“ werden die vormals geliebten Sachen wieder für die Mädchen und Jungen zum Spielen bereitstehen. „Dann werden die Kinder dieses Spielzeug sicher etwas mehr wertschätzen und sich auf ihren Ideenreichtum besinnen“, ist sich Petra Dähn sicher.

 

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