Verabschiedung Christa Schwörk

 

„Wir haben uns heute zusammengefunden, nicht um auf Wiedersehen zu sagen, sondern um Danke zu sagen.“ Bedächtige Stille machte sich in der Neustrelitzer Familienbildungsstätte im Maxim-Gorki-Ring breit, als Uwe Jahn die Worte an die 40 anwesenden Gäste richtete. Die Augen blickten auf Christa Schwörk, die im Mittelpunkt an diesem Tag stehen sollte. So, wie es für sie seit vielen Jahrzehnten die Arbeit mit Kindern, Eltern, Senioren und Familien war. Frühzeitig weckte sich der Wunsch bei Christa Schwörk, einmal als Erzieherin tätig zu sein. Und dieses Ziel verfolgte die 63-Jährige, die in Röbel/Müritz geborene wurde, akribisch. Mit dem Abschluss der 10. Klasse sollte dieser Wunsch sich langsam erfüllen.

Sie absolvierte die Ausbildung zur Erzieherin der Volksbildung, die sie 1972 als Heim- und Horterzieherin abschloss. Als 20-Jährige wurde sie schließlich als Erzieherin in das Kinderheim Vogelsang bei Ueckermünde delegiert. Hier sollte sie die ersten praktischen Erfahrungen sammeln, was nicht immer leicht war. Denn es galt, etwa 120 Jugendlichen zwischen 15 und 16 Jahren zu betreuen. In dieser Zeit heirate sie auch ihren damaligen Freund, um mit ihm gemeinsam in einer spartanischen Wohnung im Kinderheim zu leben. Zwei Mädchen wurden dem jungen Paar 1974 und 1977 geboren. Zwei Jahre später zog es die Familie schließlich nach Mirow, wo Christa Schwörk eine Stelle in der dortigen Grundschule antrat. Mit der politischen Wende wendete sich auch das Blatt für Christa Schwörk. Die Kündigung von 14 Erziehern ohne Hauptfach betraf auch sie. Mit 38 Jahren verschlug es Christa Schwörk letztlich zum Deutschen Roten Kreuz wo sie als Sozialarbeiter im Jugendrotkreuz (JRK),  eine Anstellung fand. Nun war Christa Schwörk angekommen, in einer Familie, die sie ein gutes Vierteljahrhundert begleiten sollte. Neun Jahre kümmerte sich Christa Schwörk um das JRK, bevor sie die 1992 gegründete Familienbildungsstelle samt Schwangerschaftsberatung übernahm. Hier galt es, mit viel Engagement und Sympathie Frauen und Männer zu betreuen. „Das sind gut 11.000 Kundenkontakte pro Jahr“, bilanzierte Uwe Jahn in seiner Hommage.  So galt es, Termine und Kurse zu planen, Kurse selbstdurchzuführen, zu beraten und zahlreiche Anträge zu schreiben. Doch das soll nun hinter Christa Schwörk liegen und die Familie sowie Hobbys  weiter in den Vordergrund rücken. Denn der wohlverdiente Ruhestand steht an. Als Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit, spendierte der DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte e.V. seiner scheidenden Mitarbeiterin ein neues Fahrrad, denn das ist eines der beliebten Freizeitbeschäftigungen der zukünftigen Ruheständlerin. Gemeinsam mit Mitarbeitern und Freunden wurde schließlich ein geselliger Nachmittag mit viel Zeit für Gespräche, Lachen und Tränen eingeläutet, der Christa Schwörk sicher unvergessen bleibt.

 

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